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Veranstaltungen & Projekte:Verbindende Neue Autorität im Alltag stärken

18 Mitarbeiter:innen aus sechs pädagogischen Bereichen des Monikahauses absolvierten ein internes Grundlagenseminar
Datum:
26. Juni 2026

Die Verbindende Neue Autorität (VNA) ist seit 2019 ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Haltungskonzepts im Familienzentrum Monikahaus. Um diese Haltung im pädagogischen Alltag weiter zu festigen, nahmen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 18 Kolleg:innen aus dem KiFaZ, den Frühen Hilfen, den Wohngruppen, den Tagesgruppen, der Monikahausschule und den Ambulanten Hilfen an einem dreiteiligen Grundlagenseminar teil.

Durchgeführt wurde das Seminar von Martin Gerold vom MISW (Münchner Institut für systemische Weiterbildung) und Birgit Bertelsmann, Leitung Frühe Hilfen im Monikahaus. Gemeinsam vermittelten sie die Grundlagen der Verbindenden Neuen Autorität und erarbeiteten mit den Teilnehmer:innen, wie das Haltungs- und Handlungskonzept im pädagogischen Alltag konkret gelebt werden kann.

Im ersten Seminarblock im April stand die pädagogische Präsenz im Mittelpunkt. Die Teilnehmer:innen setzten sich damit auseinander, wie Beziehung im professionellen Kontext entsteht und wodurch pädagogische Wirksamkeit gestärkt werden kann. Eine wichtige Rolle spielten dabei der gewaltlose Widerstand sowie die Frage, wie Präsenz gegenüber Kindern, Jugendlichen und Klient aufgebaut und gehalten werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt war die sogenannte Wachsame Sorge, ein wichtiger Bestandteil der VNA. Sie umfasst drei Stufen: offene Aufmerksamkeit, fokussierte Aufmerksamkeit und einseitige Maßnahmen. Entscheidend ist dabei, dass Maßnahmen wie Ankündigungen oder Positionierungsgespräche niemals als Strafe eingesetzt werden, sondern den Auftakt für beharrliche und zugleich wohlwollende Veränderungsprozesse bilden.

Schnell wurde deutlich, dass viele Aspekte der Wachsamen Sorge im Monikahaus bereits gelebt werden. In einer gemeinsamen Arbeitsphase sammelten die Kolleg:innen zahlreiche Praxisbeispiele und hielten auf Metaplanwänden fest, an welchen Stellen diese Haltung im Arbeitsalltag bereits sichtbar wird.

Auch die Eskalationsvorbeugung spielte eine wichtige Rolle. Die Teilnehmer:innen reflektierten, mit welchen inneren Annahmen sie in herausfordernde Situationen gehen. Dabei wurde deutlich, dass die sogenannte dämonische Sicht und die tragische Sicht Konflikte häufig erst verschärfen, während eine werte- und prozessorientierte Sichtweise deeskalierend wirken kann.

Im zweiten Seminarblock im Mai standen Unterstützungsnetzwerke im Fokus. Wichtige Leitsätze der VNA wurden erarbeitet und praktisch erprobt: „Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist“ verdeutlicht, dass schwierige Situationen nicht immer sofort gelöst werden müssen. Oft ist es hilfreicher, zunächst Haltung zu zeigen und einen passenden Zeitpunkt für die weitere Bearbeitung zu wählen.

Ebenso wichtig ist die Haltung „Ich bin nicht allein“: Unterstützung zu suchen und Netzwerke zu aktivieren, ist ein wesentlicher Bestandteil professionellen Handelns.

Ein weiterer prägender Gedanke ist der „gute Grund“: Herausforderndes Verhalten entsteht nicht zufällig, sondern hat häufig nachvollziehbare Ursachen. Diese Perspektive eröffnet neue Möglichkeiten im pädagogischen Handeln.

Ergänzend wurden konkrete Methoden für die Praxis erprobt, darunter die 3+1-Körbe-Methode, der Ankündigungsbrief und das Sit-in.

Der dritte Seminarblock im Juni diente der Vertiefung und praktischen Anwendung. Die Teilnehmer:innen hatten Raum, Methoden auszuprobieren, eigene Fälle einzubringen und ihre Haltung weiter zu reflektieren.

Einen besonderen Impuls setzte Teilnehmerin Fabienne Denucé aus den Ambulanten Hilfen, die als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation einen praxisnahen Einblick in dieses Kommunikationsmodell gab. Mit den Symboltieren Wolf und Giraffe vermittelte sie die Grundlagen anschaulich und lebendig. Besonders wertvoll war dabei, dass diese fachliche Expertise aus den eigenen Reihen eingebracht werden konnte.

Am Ende des Grundlagenseminars gründeten sich zwei Peergroups – kleinere kollegiale Arbeitsgruppen, die sich regelmäßig austauschen, Fälle gemeinsam reflektieren und sich gegenseitig kollegiale Unterstützung bieten. Bis Ende September werden sie sich zweimal treffen, um die Inhalte weiter zu vertiefen und den Transfer in den Arbeitsalltag zu stärken.

Geschäftsführerin Heike Sienel besuchte die Gruppe zum Seminarabschluss und würdigte das Engagement der Teilnehmer:innen. Sie betonte, wie wichtig es für das Monikahaus sei, dass die Verbindende Neue Autorität durch engagierte Mitarbeiter:innen lebendig bleibt und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Mit dem Grundlagenseminar wurde ein weiterer Schritt gemacht, die Verbindende Neue Autorität im Monikahaus im Alltag weiter zu stärken – gemeinsam für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

Birgit Bertelsmann, Leitung Frühe Hilfen