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Veranstaltungen & Projekte:„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“

Zehn Jahre Sprach-Kita im KiFaZ Monikahaus
Datum:
16. September 2026

Seit zehn Jahren nehmen wir im KiFaZ Monikahaus an den Programmen zur sprachlichen Bildung teil – zunächst seit 2011 an der „Offensive Frühe Chancen“ und anschließend am Bundes- und Landesprogramm Sprach-Kita. Zum Jahresende 2026 läuft das Landesprogramm in Hessen aus.

Das ist für uns Anlass, noch einmal auf unsere Arbeit als zusätzliche Sprach-Kita-Fachkräfte (zSFK) zurückzublicken. Was haben wir in diesen zehn Jahren bewegt, welche Impulse haben wir in die Teams eingebracht und welche Angebote sind daraus entstanden?

In der Fachzeitschrift „Welt des Kindes“ (Ausgabe 3/2026) wird anlässlich des Programmendes auf zehn Jahre Sprach-Kita zurückgeblickt. An dem Beitrag „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ haben auch wir mitgearbeitet. Einige zentrale Gedanken daraus möchten wir aufgreifen und mit Beispielen aus unserer Arbeit im KiFaZ Monikahaus verbinden.

Sprache ist der Schlüssel zur Welt
In den zehn Jahren Sprach-Kita haben wir uns intensiv mit den vier zentralen Handlungsfeldern des Programms auseinandergesetzt: Inklusion, alltagsintegrierte sprachliche Bildung, Zusammenarbeit mit Familien und digitale Medien. Diese Themen haben unsere Arbeit begleitet und viele Impulse für unseren pädagogischen Alltag gegeben.

Dabei war und ist es uns wichtig, die sprachliche, kulturelle und soziale Vielfalt sowie die unterschiedlichen familiären Lebenswelten wahrzunehmen und in unserer pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen. Genau diese Vielfalt wird auch im „Welt des Kindes“-Artikel als ein zentraler Aspekt der Sprach-Kita-Arbeit beschrieben.

Die zSFK hat eine bedeutende Rolle für die pädagogischen Teams in unserem KiFaZ
Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit war die Begleitung der pädagogischen Teams in unserem KiFaZ im Monikahaus. Wir haben fachliche Themen in Teamsitzungen aufgegriffen, gemeinsam reflektiert und die Kolleginnen und Kollegen dabei unterstützt, die eigene Haltung und das pädagogische Handeln weiterzuentwickeln. 

Im Artikel wird diese Aufgabe so beschrieben:
„Die zSFK unterstützen die pädagogischen Teams als Sparringspartner:innen für angeleitete Reflexionsprozesse und regelmäßige Teamsitzungen zu fachlichen Themen sowie zur Überprüfung der gemeinsamen Haltung und Handlungsfähigkeit.“

Diese Beschreibung trifft auch unsere Arbeit im KiFaZ Monikahaus sehr gut. Wir verstanden uns als Gesprächspartnerinnen, Impulsgeberinnen und Begleiterinnen der Teams.

Ein weiterer wichtiger Teil unserer Arbeit war es, Fachwissen aus Fortbildungen und Verbundtreffen in unsere Einrichtung zu tragen und gemeinsam mit den Teams auf die konkrete pädagogische Praxis zu übertragen. Auch der „Welt des Kindes“-Artikel beschreibt die zSFK als Multiplikator:innen, die Fach- und Handlungswissen in die Einrichtung bringen und den Theorie-Praxis-Transfer begleiten.
Beispiele aus unserer Arbeit: Regelmäßige Schulungen in den Teamsitzungen zu Themen wie z. B. Adultismus, responsive Haltung, Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit, Literacy und Kamishibai. Zusätzliche Angebote in Gesprächskreisen im MoniKaffee, z. B. Thema Eingewöhnung, Liederangebote und Schemata nach EEC. Die Themen, die in den Verbundtreffen (Einrichtungstreffen) bearbeitet wurden, wurden an die Teams hier im KiFaZ weitergegeben, zum Beispiel digitale Medien, Interaktionsverhalten Erzieher-Kind, Alltagsrassismus.
So konnten wir fachliche Impulse immer wieder in unsere Teams tragen, gemeinsam diskutieren und für die Arbeit mit den Kindern und Familien nutzbar machen.

„Herzstück der Arbeit ist das Handlungsfeld Kinder und Familien“
Für uns standen die Kinder und Familien immer im Mittelpunkt unserer Arbeit. Eine responsive, wertschätzende und vorurteilsbewusste Haltung war dabei eine wichtige Grundlage. Wir wollten die unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Kinder und Familien wahrnehmen und ihnen Möglichkeiten zur Beteiligung und Teilhabe eröffnen.
Dabei ging es auch darum, Barrieren abzubauen und Demokratie, Partizipation und Gleichberechtigung im pädagogischen Alltag zu leben.
Der Artikel beschreibt diese Arbeit ebenfalls als einen zentralen Bestandteil der Sprach-Kita:
„Elementar dabei ist es, Barrieren abzubauen und sich täglich für Demokratie, Partizipation und Gleichberechtigung einzusetzen.“

Unser Ziel war es, solche Situationen bewusst aufzugreifen und Kindern vielfältige Möglichkeiten zu geben, Sprache zu erleben, sich auszudrücken, zuzuhören und sich aktiv zu beteiligen. Auch im Artikel wird betont, dass ein ganzheitliches und bedarfsorientiertes Aufgreifen von Sprach- und Bildungsanlässen Kindern ermöglicht, Bildungssprache kennenzulernen und Selbstwirksamkeit zu erleben.

Zum Beispiel haben wir, die zSFK, die hauseigene Kinderbibliothek für Kinder von 0 bis sechs Jahren installiert, die Idee einer mobilen Bibliothek mit Buchausleihe in der Krippe Kostheimer umgesetzt.
Sowohl bei der mobilen Bibliothek als auch bei der hauseigenen Kinderbibliothek kommen die Eltern ins Gespräch miteinander, schauen sich gemeinsam Bücher mit ihren Kindern an, leihen sich diese aus, kommen darüber wieder ins Gespräch mit ihren BZE. Und werden zum Vorlesen animiert.

Wir machen Besuche in der Stadtteilbücherei Gallus mit den Kindergarten-Kindern, Vorlesen in Kleingruppen für Krippenkinder und Kindergartenkinder, Sprachbeobachtungen, Gesprächsangebote für Eltern über den Spracherwerb ihres Kindes und Beratung der Teams zur alltagsintegrierten Sprachbildung.
Gerade die Kinderbibliotheken und die gemeinsamen Vorlesesituationen haben uns gezeigt, wie sich sprachliche Bildung, die Arbeit mit Kindern und die Zusammenarbeit mit Familien miteinander verbinden lassen.

Zum Schluss…
In zehn Jahren hat sich auch bei uns im KiFaZ viel entwickelt und verändert. Wir haben Teams begleitet, fachliche Themen eingebracht, neue Angebote entwickelt und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen immer wieder überlegt, was Kinder und Familien brauchen.

Unsere besondere Rolle als zSFK hat uns dabei ermöglicht, uns mit Themen intensiver zu beschäftigen, Ideen zu entwickeln und diese gemeinsam mit den Teams in die Praxis zu bringen. Im Artikel wird diese besondere Funktion als eine Verbindung zwischen fachlichen Anforderungen und dem pädagogischen Alltag beschrieben:
„Als ‚gute Seele‘ der Einrichtung schlagen die zSFK häufig eine Brücke zwischen Gefordertem und Machbarem.“

Auch wir haben diese besondere Rolle als große Chance erlebt. Wir konnten Dinge ausprobieren, Projekte entwickeln, Kolleginnen und Kollegen begleiten und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum verfolgen.

„Ihre gesonderte Rolle außerhalb der regulären Betreuungstätigkeit stellt einen Joker dar – der auf unterschiedlichen Ebenen wirkt und einen wesentlichen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit, Inklusion und Chancengleichheit aller Kinder leistet.“

Wir bedauern sehr, dass dieses wichtige Projekt zu Ende geht. Wir haben viel Arbeit und Herzblut hineingesteckt. Es hat uns viel Freude bereitet, mit den Teams und den Familien zu arbeiten. Ein großes Dankeschön an alle. 

Was in diesen zehn Jahren entstanden ist, endet für uns jedoch nicht mit dem Programm. Viele Erfahrungen, fachliche Erkenntnisse, Ideen und Haltungen sind inzwischen Teil unserer pädagogischen Arbeit geworden und werden uns auch weiterhin begleiten.

Esther Broll und Panajota Astartzi-Nikolaidou (zSFK) im KiFaZ Monikahaus

Quelle: Welt des Kindes 3/2026, „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, Kathrin Wittig und zusätzliche Sprach-Kita-Fachkräfte. An dem Beitrag waren auch Esther Broll und Panajota Astartzi-Nikolaidou beteiligt.