Gedenkveranstaltung:Gedenken an die ermordeten Kinder der Kostheimer Straße 9

Am Abend des 1. Juni 2026 nahmen die SkF-Vorständin Brigitte Weber, die ehemalige Vorständin Gisela Lühn, Birgit Bertelsmann, Leitung der Frühen Hilfen, sowie weitere Mitarbeitende des SkF Frankfurt an einer bewegenden Gedenkveranstaltung für die ermordeten Säuglinge und Kleinkinder der Kostheimer Straße 9 teil.
Die Gedenkfeier fand im Saal der Kirchengemeinde St. Gallus / St. Hildegard statt. Sie erinnerte an die Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die während der Zeit des Nationalsozialismus systematisch vernachlässigt wurden und sterben mussten.
Besonders berührend war die Verlesung der Namen der ermordeten Kinder. Jedes einzelne Kind wurde genannt und damit aus der Anonymität der Geschichte zurückgeholt. Darüber hinaus wurde die Geschichte des ehemaligen Lagers in der Kostheimer Straße 9 nachgezeichnet und an das Schicksal der dort untergebrachten Frauen und Kinder erinnert.
Für den SkF Frankfurt hat dieses Gedenken eine besondere Bedeutung. Die Kostheimer Straße 9 liegt in direkter Nachbarschaft zum SkF Familienzentrum Monikahaus. Dort begleiten wir seit Generationen Kinder, Jugendliche und Familien. Dass an diesem Ort einst Kinder Opfer von Ausgrenzung, Gewalt und Vernachlässigung wurden, erinnert uns daran, wie wichtig unser Einsatz für den Schutz, die Würde und die Rechte von Kindern bis heute ist.
Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung von einem ukrainischen Frauenchor begleitet, dessen Beiträge der Feier einen würdevollen und zugleich bewegenden Rahmen verliehen.
Am 2. Juni 2026 wurden in der Kostheimer Straße 9 eine Stolperschwelle und 24 Stolpersteine verlegt. Die Stolpersteine tragen die Namen der ermordeten Kinder und bewahren die Erinnerung an ihre Schicksale. Eine Gedenktafel am Gebäude informiert zudem über die Geschichte des ehemaligen Lagers und hält die Erinnerung an die dort begangenen Verbrechen wach.
Die Stolperschwelle und die Stolpersteine machen sichtbar, was nicht vergessen werden darf. Sie bewahren die Erinnerung an die Schicksale der Kinder und setzen ein wichtiges Zeichen für Menschenwürde und gegen das Vergessen. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte und Menschenrechte immer wieder infrage gestellt werden, bleibt dieses Erinnern von besonderer Bedeutung.
