Veranstaltungen & Projekte:Bundestagung-Tagesgruppen der IGfH 2026

Vom 19. bis 21. März 2026 nahmen Kolleg:innen aus unseren Tagesgruppen an der Bundestagung-Tagesgruppen der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) in Soltau teil. Die IGfH setzt sich bundesweit für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe ein – wir sind als Familienzentrum Monikahaus Mitglied des Verbandes.
Unter dem Motto „Tagesgruppe 360°“ kamen Fachkräfte aus ganz Deutschland zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Impulse für die pädagogische Arbeit zu diskutieren.
Von der Inhouse-Fortbildung zur Bundestagung
Den Anstoß zur Teilnahme gab eine Inhouse-Fortbildung zum Thema Partizipation von Kindern und Eltern in den Tagesgruppen im Jahr 2025 mit Ulrike Bavendiek, Sprecherin der IGfH-Fachgruppe Tagesgruppen. Sie zeigte sich beeindruckt von der konsequenten Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) im Monikahaus.
Aus diesem Eindruck heraus entstand die Idee, die Praxis auch auf Bundesebene sichtbar zu machen: Tina Siegele, Leitung der Tagesgruppen, wurde eingeladen, auf der Bundestagung 2026 einen Workshop zum Thema GfK zu gestalten. Der sechsstündige Workshop bot praxisnahe Einblicke und stieß auf großes Interesse. Viele Fachkräfte gaben an, bisher wenig Erfahrungen mit der GfK gemacht zu haben – umso größer war die Begeisterung, neue Impulse mitzunehmen.
Fachliche Impulse, die bewegen
Die Bundestagung bot ein vielseitiges Programm mit Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden. Besonders inspirierend war der Vortrag von Dr. Martina Cappenberg, Diplom-Psychologin aus Münster, unter dem Titel „Beziehungsgestaltung in hochbelasteten Familiensystemen – Resilienz stärken!“. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, Kindern in schwierigen Lebenslagen mit Empathie und einem sicheren Beziehungsangebot zu begegnen. Kleine „Mikromomente“ – ein freundlicher Blick, ein Lächeln, eine Geste – können dabei nachhaltig wirken und Vertrauen aufbauen.
Bestärkend für die pädagogische Praxis in der Tagesgruppen-Arbeit war der Vortrag von Prof. Dr. Gino Casale (Universität Wuppertal) über „Sozial-emotionales Lernen stärken“. Er zeigte auf, dass sozial-emotionale Kompetenzen eine wesentliche Grundlage für psychische Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe sind – ein Thema, das im Monikahaus bereits täglich gelebt wird.
Workshops, Digitalisierung und neue Ideen
Neben dem eigenen Workshop zur Gewaltfreien Kommunikation besuchten die Kolleg:innen zahlreiche weitere Angebote. Besonders spannend war ein Format, das den Einsatz von Virtual-Reality-Technik (VR) in der Familienarbeit vorstellte. Dabei wurde diskutiert, wie VR-Erlebnisse Eltern und Kindern helfen können, gemeinsam Erfahrungen zu machen und ihre Beziehung auf neue Weise zu gestalten.
Zudem bot die digitale Tagungsplattform Raum zur Vernetzung und zum Austausch mit Kolleg:innen aus bundesweit unterschiedlich arbeitenden Tagesgruppen – eine wertvolle Gelegenheit, Ideen und Materialien auch nach der Tagung weiterzugeben.
Gemeinschaft erleben und Wissen teilen
Neben der inhaltlichen Arbeit kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Ob bei Pausen, gemeinsamen Mahlzeiten oder der Abendveranstaltung – überall war spürbar, wie wichtig Begegnung und kollegiales Miteinander für Motivation und Weiterentwicklung sind.
Die Teilnahme wurde für das Team so zu einer gemeinsamen Lern- und Entwicklungserfahrung, die weit über die Tagungstage hinauswirkt.
Fazit: Neue Motivation und gemeinsame Perspektiven
Die Bundestagung der IGfH findet alle zwei Jahre statt – und sie hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll solche Begegnungen für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sind. Für unser Team der Tagesgruppen im Monikahaus war die Teilnahme fachlich bereichernd, inspirierend und verbindend – eine Erfahrung, die nun in den pädagogischen Alltag einfließt.
Das Familienzentrum Monikahaus freut sich darauf, auch in Zukunft Teil dieses bundesweiten Austauschs zu sein – engagiert, reflektiert und immer mit dem Ziel: Kinder und Familien in schwierigem Alltag stark zu machen.