Familienzentrum Monikahaus

Hilfe für Familien unter einem Dach

Tel.: 069 / 97 38 23 - 0
Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. Frankfurt

Neue Autorität

„Neue Autorität“ im Monikahaus

Umsetzung und Hintergründe der „Neuen Autorität“ im pädagogischen Alltag unseres Familienzentrums

Zum Haltungs- und Handlungskonzept der „Neuen Autorität“ haben alle Pädagog:innen unseres Familienzentrums von 2019 bis 2021 einen umfangreichen Fortbildungsprozess durchlaufen.

Entstehung und Grundlagen der „Neuen Autorität“

Was versteht man eigentlich unter „Neuer Autorität“? Bedeutet womöglich ihre praktische Anwendung in Verbindung mit „Gewaltfreier Kommunikation in der Erziehungshilfe“, dass zuvor Autorität und Gewalt praktiziert wurden? Und was ist Systemische (Neue) Autorität?

Das Haltungs- und Handlungskonzept „Neue Autorität“ wurde im Ursprung von Haim Omer (Tel Aviv, Israel) entwickelt und gemeinsam mit Arist v. Schlippe (Osnabrück) in Deutschland (und Europa) bekannt gemacht. Bruno Körner und Martin Lemme von SyNA haben dieses Konzept im deutschsprachig-europäischen Raum intensiv weiterentwickelt und publiziert: „Im Rahmen unserer 21-jährigen Erfahrung beurteilen wir die (kritische) Selbstreflexion als zentralen Ausgangspunkt des eigenen Handelns. Wir verstehen diese Reflexion als unseren Umgang mit unserem eigenen individuellen Vorgehen, das auf dem Konzept der ‚Neuen Autorität‘ aufbaut,“ so die beiden SyNA-Partner. Sie nennen es heute Systemische (Neue) Autorität und erläutern: 

„Das Vorgehen beruht auf den Grundhaltungen, sozialpolitischen Ansätzen und Methoden des Gewaltlosen Widerstandes nach Mahatma Gandhi und M.L. King. Ebenfalls basiert es auf neurobiologischen und systemischen Prinzipien. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Präsenz von Eltern, pädagogisch Tätigen und Führungskräften und nicht primär die Änderung des Verhaltens der anderen im Verhalten schwierig erlebten Personen.

Es geht um:

  • ein Handeln frei von Zwang und Gewalt mit klaren Verantwortlichkeiten und sichernden Vorgehensweisen,
  • Angebote von Beziehung und Kooperation, sodass selbst bei heftigsten Auseinandersetzungen die Verbundenheit im Vordergrund steht und
  • um die Absicherung der Autonomie aller Beteiligten, die durch größtmögliche Transparenz im Vorgehen sichtbar wird, sowie der eigenen Überzeugung und entsprechender Beharrlichkeit im eigenen Handeln.

‚Neue Autorität‘ ist dieses Konzept genannt worden, weil es sich von traditionellen Sichtweisen abgrenzen will, die auf autoritäres, disziplinierendes und strafendes Vorgehen setzen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.neueautoritaet.de

Unser Fortbildungskonzept

Durchgeführt wurde die Fortbildung von SyNA, dem Systemischen Institut für Neue Autorität. Sie umfasste neben mehrtägigen Theorie-Modulen eine intensive, prozessbegleitende Supervision der pädagogischen Teams in ihrem praktischen Alltag. Parallel arbeitete das komplette Leitungsteam an sechs Klausurtagen intensiv mit SyNA-Partner Bruno Körner. Auch alle nicht-pädagogischen Mitarbeitenden machten sich in Schulungen mit der Grundhaltung der „Neuen Autorität“ vertraut.

Darüber hinaus bildete das Münchner Institut für Systemische Weiterbildung (misw) bis heute 17 Mitarbeitende zu „Coaches für Neue Autorität“ aus, die ihr Wissen seitdem vielfach weitergegeben haben. Damit stellen wir sicher, dass „Neue Autorität“ als Haltungs- und Handlungskonzept im Familienzentrum ganzheitlich und nachhaltig gelebt wird.

Klar, dass wir auch wissen wollten, welche Wirkungen diese umfangreichen Fort- und Weiterbildungen in unserer praktischen Arbeit zeigen. Über 400 Selbsteinschätzungsbögen wurden dazu unter wissenschaftlicher Begleitung des Instituts für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz (IKJ) von unseren Mitarbeitenden ausgefüllt. Wichtigstes Ergebnis: Die Neue Autorität ist eine feste Säule im Familienzentrum Monikahaus. Alle Mitarbeitenden haben sie als Haltung verinnerlicht und alle sieben Methoden werden alltäglich angewendet:

Selbstverpflichtung

Selbstverpflichtung – Systemisches Institut für Neue Autorität®